Nachruf: Akbar Hashemi Rafsanjani

Lange galt er, neben dem Obersten Anführer Khamenei, als einflussreichster iranischer Politiker der Gegenwart. Heute ist Akbar Hashemi Rafsanjani im 83. Lebensjahr verstorben. Rafsanjani, der bisherige Vorsitzende des Schlichtungsrats und einflussreiche Figur des moderaten Lagers galt als „Königsmacher“ für Khameneis Nachfolge. Die Bedeutung seines Ablebens für Irans Innenpolitik kann kaum überschätzt werden.

Rafsanjani, selbst ehemaliger Präsident des Iran, war einer der Gründerväter der Islamischen Republik. In der Zeit nach der Iranischen Revolution war es Rafsanjanis Regierung, die maßgeblich auf wirtschaftliche Öffnung des Landes und außenpolitischen Pragmatismus gegenüber der internationalen Gemeinschaft setzte. Nach dem Ende seiner Präsidentschaft blieb er ein einflussreicher Vertrauter Khameneis, dem er zu seinem Amt als Oberster Anführer verholfen hatte.

Nach der Präsidentschaft seines Nachfolgers, Muhammad Khatami, trat Rafsanjani noch einmal bei den Wahlen an, konnte sich aber nicht gegen den Prinzipalisten Ahmadinejad durchsetzen. Stattdessen wurde er zum Vorsitzenden des Schlichtungsrats. Vergangenes Jahr wurde er schließlich zu einem Mitglied der Majles, dem iranischen Parlament, gewählt. Nun starb Rafsanjani an einem Herzinfarkt und das moderate Lager verlor einen seiner einflussreichsten Fürsprecher. In Anbetracht der politischen Bedeutung und seiner Leistungen für die Islamische Republik erklärte Teheran für die kommenden drei Tage Staatstrauer.

Bild: saeediex/Shutterstock.com

Zurück
Zurück

US-Einwanderungspolitik erhöht Druck auf iranische Moderate

Weiter
Weiter

Einen kurdischen Staat wird es nicht geben